Sinn und Unsinn
der Diversifikation

Multi Asset Roundtable

„Die Diversifikation, die immer als sinnvoller Schutz für das Gesamtvermögen in Krisenzeiten gepriesen wurde, hat sich nicht bewahrheitet. Allein durch eine Diversifikation minimiere ich meine Verluste nicht.“
Eine provokante These, die Family-Office-Gründer und Geschäftsführer Thomas Zenner während der Roundtable-Diskussion zum Thema Multi Asset aufstellt. Stefan Lauinger aus dem Treasury der Robert Bosch GmbH hält gegen: „Aber es ist ja auch nicht so, dass die Diversifikation vollständig vor Verlusten schützen soll.“ Alexander Banik, Leiter Multi Asset der BayernInvest, betont, dass eine falsche Umsetzung die Idee der risikobegrenzenden Vielfalt im Portfolio wieder aushebeln kann:

„Diversifikation ist nur dann sinnvoll, wenn man Portfoliomanager mandatiert hat, die einen fundamentalen Ansatz verfolgen und ihr Geschäft verstehen.“ Sobald man einen Manager habe, der nur seinen Teilbereich sehe und Relativbetrachtungen – auch was Verluste angeht – anstelle, werde Diversifikation sinnlos. Doch zur Mandatierung kommt es bei einigen Unternehmern erst gar nicht, wie Zenner berichtet. Weil sie angesichts der Niedrigzinsen ihre Firma nicht verkaufen würden.
Dann müssten sie ja überlegen, wie sie den Verkaufserlös anlegen. Oder sie hätten festgestellt, dass die Cashflows ihres Unternehmens attraktiver sind als die potenziellen Renditen der Kapitalmärkte.

Es ist wie so oft im Leben: Wir möchten einen Partner finden, dem wir vertrauen und der weiss, was er tut. Denn in manchen Dingen sind wir selber nicht Spezialist genug, um immer die besten Entscheidungen zu treffen. Daher bieten wir einen Rundum-Überblick und facettenreiche Services an. Wir verfügen über Spezialisten in verschiedenen Segmenten für eine umfassende Gesamtbetreuung. So z.B. wenn es um eine einmalige Vermögensstatusanalyse inklusive Finanzplanung geht oder um den Aufbau eines Immobilienportfolios bzw. die Neustrukturierung oder den Kauf und Verkauf von Un - ternehmensbeteiligungen, Wald- und Agrarflächen sowie Kunstgegenständen. Natürlich helfen wir auch bei vielen weiteren Dienstleistungen rund um den Finanzsektor.

KURZ & BÜNDIG
Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) beschleunigt bei Versorgungswerken die Transition der Asset Allocation von Rentendirektanlagen hin zu Immobilien-, Aktienund Alternatives-Fonds.

Die BVK verwaltete Ende 2015 über 65 Milliarden Euro, 41 davon für Versorgungswerke (zu Marktwerten 46). Während vor zehn Jahren noch 85 Prozent der Gelder in der Rentendirektanlage steckten, waren es Ende 2015 nur noch 50 Prozent In dieser Zeit wurden Versorgungswerke-Masterfonds aufgebaut, die inzwischen 44 Prozent der Gesamtallokation abdecken.
Sie bestehen aus 17 Wertpapier- und 8 Immobilien-Spezialfonds mit über 120 Mandaten. In 2015 wurden Investitionen in die Rentendirektanlage „weitestgehend vermieden“. Während nahezu alle Abgänge aus Kapitalanlagen Rentenanlagen betrafen, wurden über 80 Prozent der Neuanlagen in die Masterfonds getätigt. Ausgebaut wurden vorrangig die Segmente Immobilien, Aktien und Alternatives (Bank Loans, Private Equity, Infrastruktur, Timber).
Am Beispiel der Bayerischen Rechtsanwalts- und Steuerberaterversorgung sah die Asset Allocation Ende 2015 wie folgt aus: Die Rentendirektanlage deckte noch gut 50 Prozent ab, zusammen mit Fonds betrug die Rentenquote 63 Prozent.
Die Immobilienquote wurde deutlich auf fast 15 Prozent ausgebaut, ein Drittel davon in der Direktanlage. Alternatives wurden ebenfalls deutlich auf inzwischen 13 Prozent erhöht. Auch Aktienfonds wurden um fast ein Drittel auf 9 Prozent aufgestockt.